Positive Entwicklungen in der deutschen Druckindustrie

eingereicht von: Sandra Kuechler 04/07/2017

Ein stabiler Branchenumsatz, steigende Investitionsbereitschaft und ein anhaltend hoher Anteil der Nettowerbeeinnahmen zeichnen ein vergleichsweise positives Bild der deutschen Druck- und Medienwirtschaft für das Jahr 2016, stellte Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm), in der Jahrespressekonferenz des Spitzenverbandes der Branche am 22. Juni in Berlin fest.

Nach Schätzungen des bvdm lag der Branchenumsatz der Druck- und Medienwirtschaft 2016 stabil bei 21,1 Mrd. Euro.
 
Die Investitionen der Unternehmen dürften laut bvdm im Jahr 2016 bei 666 Mio. Euro liegen, das wäre ein Anstieg von über 20 %. Die Investitionsquote der Branche liegt damit nach wie vor deutlich über der des Verarbeitenden Gewerbes. Ersatzbeschaffungen und Erweiterungen der Kapazitäten gehören zu den wichtigsten Investitionsmotiven der Druck- und Medienindustrie. Auch die Digitalisierung des wirtschaftlichen Umfeldes spielt bei den Investitionsentscheidungen eine wichtige Rolle.
 
Print ist nach wie vor der Werbeträger Nummer 1: Gedruckte Werbung macht fast 55 % der Nettowerbeeinnahmen aus, den Rest teilen sich Fernsehen, Hörfunk, Kino sowie Online & Mobile. Den größten Anteil nehmen dabei Tageszeitungen, Anzeigenblätter und Publikumszeitschriften ein.
 
Ein Resümee der politischen Arbeit des bvdm in den vergangenen vier Jahren zog Wolfgang Poppen, Präsident des Bundesverbandes. So könne der Verband seit seinem Umzug von Wiesbaden nach Berlin seiner Rolle als Arbeitgeberverband, technischer Fachverband und vor allem als politischer Wirtschaftsverband noch besser gerecht werden. Zum Ende der ausklingenden Legislaturperiode hat der bvdm Wahlprüfsteine zu den wichtigsten Themenkomplexen der Branche formuliert und den Parteien mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Die Wahlprüfsteine enthalten 21 Fragen, die sich eng an die spezifischen politischen Anforderungen der Druckindustrie anlehnen. Die beantworteten Wahlprüfsteine werden – unter anderem auf der Website der Verbände – veröffentlicht. Damit erhalten die Unternehmen konkrete Informationen darüber, welche Partei sich am besten für ihre Belange einsetzt – ohne dass sie anfangen müssten, mehrere dicke Wahlprogramme zu lesen.
 
„Nach den Wahlen bzw. schon während der Koalitionsverhandlungen wird der bvdm die Politiker dann an ihre Aussagen erinnern“, so Wolfgang Poppen. „Und auch nach der Regierungsbildung werden wir die Verantwortlichen immer wieder darauf verweisen“.
 
Nach aktuellen amtlichen Statistiken sind in der Druck- und Medienwirtschaft 8.316 Druckbetriebe mit 139.399 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tätig. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 2,4 % bei den Betrieben und 2,1 % bei den Beschäftigten.
 
Amtliche Konjunkturdaten sowie Stimmungsindikatoren signalisieren für die ersten vier Monate des laufenden Jahres eine durchwachsene Lage in der Branche. Die größten Geschäftsrisiken sehen die Druck- und Medienunternehmen in einer nicht ausreichenden Inlandsnachfrage, zunehmenden Arbeitskosten sowie ggf. wieder ansteigenden Preisen für Energie und Rohstoffe. Zudem melden zahlreiche Betriebe einen Fachkräftemangel. Chancen für Druckereien ergeben sich jedoch 2017 aufgrund wichtiger politischer und kultureller Ereignisse, der anhaltend hohen Konsumneigung und nicht zuletzt einer guten Geschäftsstimmung in der Werbewirtschaft.